LARYNGEUS-SUPERIOR-NEURALGIE
(
Laryngeusneuralgie, Laryngeus-Neuralgie)
Finden Sie Ihre Schmerzdiagnose selbst

Manche Autoren kürzen den Begriff "Laryngeus-superior-Neuralgie" ab und schreiben stattdessen "Laryngeusneuralgie" oder "Laryngeus-Neuralgie".

Der Begriff

  • Der Nervus laryngeus superior versorgt sensibel (= die Empfindung betreffend) den oberen Kehlkopfbereich und motorisch (= der Bewegung dienend) den Musculus cricothyroideus (= dieser Muskel erweitert oder verengt die Stimmritze).
  • Unter dem Begriff "Neuralgie" versteht man attackenweise auftretende Schmerzen im Ausbreitungsgebiet eines sensiblen oder gemischten ( = sowohl die Empfindung als auch die Bewegung betreffenden) Nervs.

Der Gesichtsschmerz bei einer Laryngeus-superior-Neuralgie ist gekennzeichnet durch heftige, attackenförmige Beschwerden, die in der Regel sekundenlang (bis zu 2 Minuten) anhalten.
Die Beschwerden werden hauptsächlich im seitlichen Kehlkopfbereich verspürt, nicht selten aber dominieren die Ausstrahlungen zum Unterkiefer (Kiefer
winkel) bis zum Ohr läppchen oder Gaumen und geben dann zur Verwechslung mit der Glossopharyngeusneuralgie Anlaß. Manchmal reicht die Schmerz ausstrahlung sogar bis zur Schulter.
Es bilden sich typische Triggermechanisme
n (= Auslösemechanismen) wie Schlucken, Sprechen, Singen, Husten oder starkes Gähnen aus.
Wie bei der Trigeminus-Neuralgie sind im Langzeitverlauf auch schmerz
freie Intervalle möglich. Die Schmerzen treten streng einseitig auf.
Der Nerv entstammt dem N. vagus
(= ein sog. Hirnnerv). Er tritt seitlich durch die Membrana thyroidea (= Innenhaut der Schilddrüse) hindurch, wo er einer örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) mit einem Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) zugänglich ist.

In hartnäckigen Fällen wird man sich zu Blockaden (Betäubungen) des Ganglion cervicale superius (= eine vegetativen Schaltstelle im Rachenbereich) oder des Ganglion stellatum (= eine Schaltstelle des unwillkürlichen Nerven systems im seitlichen Halsbereich) entschließen.

  • Die Ganglion cervicale superius-Blockade wird als GLOA ((= ganglionäre Opioidanalgesie, verwendet wird ein Opium-ähnliches Medikament (Opioid)) vorgenommen. Nachteil dieser Methode ist, daß kaum ein durchblutungsfördernder Effekt eintritt.
  • Aus diesem Grunde ist es vorteilhafter, eine engmaschige Serie des gleichseitigen Ganglion stellatum (= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) mit einem örtlichen Betäubungsmittel durchzuführen, wobei es neben der gewünschten Schmerzausschaltung auch zu einer Sympathikolyse und damit kräftigen Mehrdurchblutung kommt, die dem gestörten Nervenzellstoffwechsel bei einer Neuralgie kausal (= ursächlich) entgegen wirkt.

Medikamentöse Schmerztherapie der Laryngeus-superior-Neuralgie:

Als Mittel der Wahl gelten wie bei der Trigeminusneuralgie die Antiepileptika
(= Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei Neuralgie wirksam) Gabapentin oder Pregabalin. Carbamazepin wird wegen der Nebenwirkungen seltener eingesetzt.
Bei ungenügender Wirkung können 300-400 mg Phenytoin oder 3-8 mg Clonazepam versucht werden.
Gute Resultate sahen wir teilweise auch unter einer Therapie mit Lamotrigin.
Alternativ, oder in Kombination zur Einsparung von Antikonvulsiva, kann bei der Trigeminus-Neuralgie auch das zentral wirksame Muskelrelaxans Baclofen
(= im Rücken mark / Gehirn wirkendes Mittel zur Muskel entspannung) versucht werden. Die Dosierung erfolgt einschleichend, z.B. Beginn mit 3x5 mg/d. In Kombination mit Antikonvulsiva (= krampflösende Mittel) sollte eine Tagesdosis von 90mg nicht überschritten werden (Steardo et al. 1984). Die Höchstdosierung gibt der Hersteller allerdings mit nur 75 mg an.
In der Regel sind wie bei der Trigeminusneuralgie peripher wirksame Analgetika
(= Schmerzmittel) ohne Nutzen, zentral (= im Rückenmark / Gehirn) wirksame Schmerzmittel allenfalls in hoher Dosierung.

Erläuterungen

* Die Ganglion cervicale superius-Blockade wird als GLOA ((= ganglionäre Opioidanalgesie, verwendet wird ein Opium-ähnliches Medikament (Opioid)) durchgeführt

** Die Stellatumblockade kann ebenfalls als GLOA (= ganglionäre lokale Opioidanalgesie) durchgeführt werden, Nachteil dieser Methode ist aber, daß kaum ein durchblutung sfördernder Effekt eintritt. Besser ist es, bei dieser Nervenblockade ein örtliches Betäubungsmittel zu verwenden, weil damit gleichzeitig die Durchblutung verbessert wird.

Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).

Wer bezahlt eigentlich eine erforderliche, stationäre Rehabilitationsbehandlung?
(Originaltext der Bundesregierung): "Die Krankenversicherung finanziert Rehabilitationsleistungen, wenn diese erforderlich sind, um eine Kran
kheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Beschwerden zu lindern, sofern die Erwerbsfähigkeit nicht erheblich gefährdet oder gemindert ist. Sie ist auch zuständig, wenn es darum geht, einer drohenden Behinderung oder Pflegebedürftigkeit vorzubeugen".
Hinzu kommt seit dem 1.4.2007, daß alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung jetzt sogar selbst aussuchenkönnen.
Die Rentenversicherungen sind demnach nur dann zuständig, wenn die "Behandlungen der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bzw. Wiedereingliederung ins Berufsleben dienen". Wenn also Ihre Rentenversicherung in diesem Sinne laut Bescheid keinen Handlungsbedarf sieht, dann ist Ihre Krankenkasse für die Kostenübernahme der stationären Rehabilitation zuständig. - Die Originaltexte finden Sie hier: http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st

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Haftungshinweis:
Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im Einzelfall ist immer ein Arzt zu konsultieren!Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir auch keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

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Aktualisiert: >10.02.2008</>kusb&
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